
Heute wird zum ersten Mal im argentinischen Kongress darüber debattiert, ob ein Gesetz bzw. ein Gesetzesentwurf verabschiedet werden soll, der die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern erlauben soll. Das ist nicht nur neu für Argentinien, sondern auch ein Novum in Lateinamerika, denn nie wurde darüber im parlamentarischen Rahmen diskutiert.
Eine gleichgeschlechtliche Ehe ist eine erweiterte Form der traditionellen Ehe, die es Partner gleichen Geschlechts ermöglicht zu heiraten und dadurch findet dasselbe Ehegesetz sowohl für heterosexuelle, wie auch homosexuelle Paare Anwendung.
Die Debatte wurde durch die Federación Argentina de Lesbianas, Gays, Bisexuales y Transexuales (FALGBT) auf Grundlage zweier Gesetzesentwürfe, die in diesem Jahr von den Abgeordneten der Sozialistischen Partei, Silvia Augsburger sowie von Vilma Ibarra vom Encuentro Popular y Social präsentiert wurden, angestoßen.
Beide Projekte haben die Absicht die Artikel des Bürgerlichen Gesetzbuches, dem Código Civil, in dem die Ehebegriffe Mann und Frau genannt werden, durch Eheschließende zu ersetzen. Sollte diese Initiative Erfolg haben, wird es Personen gleichen Geschlechts erlaubt sein, zu heiraten und dadurch Zugang zu Rechte, wie Rente, Krankenversicherung, Scheidungs- und Erbschaftsrecht zu bekommen.
Es wäre ebenfalls ein Schritt in Richtung “aufgeklärte Gesellschaft”, in der nicht mehr dem “Macho-Kult” gehuldigt wird, sondern die Fähigkeiten und Eigenschaften eines Menschen in den Mittelpunkt rücken und nicht dessen sexuelle Neigungen. Dies ist mir zum Beispiel sehr in der Berichtserstattung über die Bundestagswahlen und über die Kabinettsbildung in Deutschland aufgefallen. Man berichtete lieber über die sexuelle Einstellung vom künftigen deutschen Außenminister als über dessen fachliche Kompetenzen. Und auch ich wurde oft auf der Straße oder in Gesprächen gefragt, was ich davon halte, einen homosexuellen Außenminister zu haben. Anfangs habe ich die Frage nicht verstanden, weil ich sie mir nie gestellt habe, da sie für mich nie Grund für Diskussionen gegeben hat und meine Antwort war auch immer dieselbe, es ist nicht wichtig. Wichtiger ist seine fachliche Kompetenz und nicht seine Vorliebe sein Leben so zugestalten, wie er will.
Hoffen wir das sich aus dem Gesetzesentwurf eine offene Diskussion entwickelt und längst überholte Vorurteile abgebaut werden können.








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