Die Arbeit beginnt mit der Herrentoilette oder, was sie einmal werden soll. Sie ist 2,75 Meter lang und 1,30 Meter breit.
Links ist ein Foto von ihrem Zustand vor der Einwirkung von Hammer und Sichel, ähm Meißel zu sehen. Synonyme für meißeln sind übrigens formen, bilden, gestalten, behauen, schlagen und herausarbeiten. Mal sehen, was wir alles so herausarebiten.
Es sollen hier alle Fliesen ab und das Toilettenbecken versetzt sowie ein Pissbecken eingebaut werden. Ebenfalls müssen die Gasleitung entfernt und neue Wasserleitungen verlegt werden.
Es scheint eine machbare Aufgabe zu sein.
Nach einer Stunde, etwas Geklopfe und dem Entfernen der Tür erreichen wir folgenden Zustand.
Man sieht schon ein paar Rohre und das Kabel für den Lichtschalter. Es ist also Vorsicht geboten.
Lückenfüller
Weiter 4 Stunden später nähern wir uns dem Rohzustand dieses Zimmers. Es fehlt nur noch die Außenwand. Ein Problem zeigt sich in Argentinien immer wieder. Es ist das Problem der Wasserhähne. Man kann die Wasserzufuhr meist nur an zentralen Punkt abstellen. Um also ein einzelnes Waschbecken abzubauen, muss man die Wasserleitung der ganzen Wohnung abstellen.
Ebenfalls sollte man sehr vorsichtig vorgehen, weil die Wasserleitungen oft Bleirohre sind, die sehr leicht beschädigt und einem zum Fluch als auch zum Segen werden können. Auch gibt es keine einheitliche DIN, sodass man fast überall mit Rohren rechnen muss, was wir später sehen werden.
Ich nähere ich immer mehr dem Rohzustand. Das Bad sieht nun schon nicht mehr wie ein Bad aus. Es graut mir schon vor dem Entfernen des Putzes und dem Verputzen der Wände, um die neuen Fliesen anzubringen. Die Nachbarin kam auch schon vorbei, um sich über das Gehämmer zu beschweren. In übertriebener Art und Weise hat sie mir erklärt, dass bei ihr die Welt untergeht und sie endlich wieder schlafen will. Ich nutze also die Zeit, um etwas aufzuräumen und den Schutt in Säcke zu füllen.
Danach sieht die ganze Sache schon etwas besser aus. Es fehlen nur noch die Bodenfliesen und der alte Putz und fertig ist die Demolution.
Links in der Ecke sieht man übrigens ein Wasserrohr, das ich mit meinem Meißel zerstört habe und aus dem es jetzt nur so läuft. Dabei habe ich extra vorsichtig gehämmert, aber an dieser Stelle habe ich einfach kein Rohr erwartet. Das Rohr ist auch bereits geschlossen, sodass es keine wirkliche Funktion mehr hat oder dieser mir einfach nicht erschließt. Anstatt es damals einfach zu entfernen, haben sie es geschlossen und in der Wand gelassen. Das ist also der Fluch bei Bleirohren. Der Segen folgt steten Fußes, denn es ist ein Bleirohr und das kann man mit ein paar Hammerschlägen verschliessen. Gesagt, getan! Auf zur letzten Etappe für heute.
Die Bodenfliesen lassen sich relativ leicht entfernen und es sind auch nur knapp 2 Quadratmeter. Es dauert also nicht solange und nach einer Stunde bin ich fertig. Während ich die Fliesen vom Boden löse, muss ich feststellen, dass es unter ihnen einen Hohlraum gibt, der bestimmt noch ein paar Überraschungen für mich übrig haben wird. Aber das erzähle ich beim nächsten Mal.






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